| reviews - hundred reasons to kiss the
ground [pop frontal] Hundred Reasons To Kiss The Ground ist ein sehr emotionales Indierock-Werk, das mal langsam, mal etwas schneller als langsam Melancholie in verschiedenen Facetten vorträgt. Die Mittel sind reduziert auf Schlagzeug, Gitarre, traurigen Gesang und wenige, aber gekonnt eingesetzte Samples. Das lässt keineswegs Fülle vermissen, vielmehr wissen gaffa, Spannungsbögen aufzubauen, indem sie immer ein paar Momente länger als erwartet zurückhaltend, ruhig und pointiert vor sich hin treiben. Durchsetzt wird das von intensiven Gitarrenausbrüchen, die sich gegen die eigene Depressivität aufzubäumen scheinen. gaffa mit Chokebore zu vergleichen liegt durchaus nahe, spätestens beim letzten Song, wenn ein eingespieltes Sample dafür sorgt, dass man sich am Strand von Hawaii mit Anything Near Water wähnt. Ein Tag am Meer mit gaffa hat natürlich weniger mit heiteren Badeausflügen und Beachvolleyball-Einlagen zu tun, sondern könnte vielmehr die Begleitmusik zum Strandgang des Monsieur Meursault sein, wie er einst Herrn Camus aus der Feder floss. Schlicht, glasklar, unausweichlich, so bringen auch gaffa ihr Werk zu Gehör. Am Ende war die Sonne schuld. sk ««« »»» |