| reviews - hundred reasons to kiss the
ground [Visions] Zähflüssiger Postrock-Noise: Spröde, brüchig, minimalistisch, aber doch sehr dynamisch und lustvoll rausgespielt. Eine kuriose Entwicklung für Deutschlands finest Noise-Drummer Jörg A. Schneider: Galt für ihn 15 Jahre lang im Kontext seiner Band Les Hommes Qui Wear Espandrillos vor allem der maximale Punch, das Ausloten ungekannter Prügelhärte, entdeckt er mit gaffa die Lust am Minimalismus und am Setzen pointierter Akzente. gaffa selbst, seit dem Ausstieg von Basser Schramm zum Duo geschrumpft, rücken mit ihrem Drittwerk wieder um einige Nuancen ab vom bisherigen Weg des pathologisch artifiziellen Zerlegens von Songstrukturen. Von Pop zu sprechen wäre natürlich immer noch unangebracht, und doch lassen sich weit mehr nachvollziehbare Details, widerkehrende Gitarrenakkorde und fast anheimelnd wirkende Momente ausmachen. Ihre Besonderheit ist das höchst variable Spielen mit Dynamik – von zerbrechlich wirkenden Tropfakkorden bis zu martialisch rausgepumpten Noise-Attacken, immer schön im Wechselspiel. Das klingt zunächst interessant, nach vielmaligem Hören gar vertraut und nah am Ohr des Hörers. Sascha Krüger »»» |